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Archiv für den Monat September 2016

HHDeern_Joghurtkuchen1Als ich schwanger war, gab es diesen Hype um DAS Buch: „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ von Pamela Druckerman. Kein Elternpaar, das wir kannten, hatte dieses Buch nicht NICHT gelesen. Alle werdenden Elternpaare hatten das Buch teilweise sogar schon zweimal durch. „Müsst ihr lesen!“, „Knaller-Buch“, „Da wisst ihr wie es geht“, „Also, wir werden unser Kind in jedem Fall auch so erziehen. Klare Regeln!“. Klare Regeln, alles klar? Nee, gar nichts war mir klar, denn ehrlich gesagt, haben wir uns nie mit dem Thema Erziehung beschäftigt. Das einzige was wir wussten: Spätestens Mitte August stehen hier zwei Mädels auf der Matte, die vorhaben für eine Weile zu bleiben und denen wir irgendwie beibringen wollen, dass es total schön ist, dass sie da sind (und die wir uns sehnlichst gewünscht haben), aber wir deswegen nicht bereit sind unser bisheriges Leben komplett aufzugeben. Heisst: wir wollen nach wie vor essen gehen (ob morgens, mittags, abends ist uns egal), wir wollen nach wie vor lange schlafen und an einem Samstag NACH 11 Uhr auf dem Markt einkaufen gehen, Croissants essen, Kaffee trinken und in den Tag hineinleben. Und – ganz wichtig – wir wollen nicht für die nächsten Jahre Nudeln mit Tomatensoße essen. Und das bitte mit so wenig wie möglich Theater. Am besten mit gar keinem. Soviel zu unseren Regeln.
Und dann sind wir unseren Babymoon geflogen, ich schob eine ordentliche Kugel vor mir her und brauchte ein Buch für den Urlaub. Dreimal dürft ihr raten welches Buch ich mir mitgenommen habe. Worum es in diesem Buch geht? In der Kurzfassung: Eine Amerikanerin landet mit Mann und Kind in Paris und versucht sich dort mit den Gepflogenheiten der französischen Kindererziehung auseinander zusetzen bzw. danach zu leben. Schwarz trifft weiß, amerikanische Gemütlichkeit trifft französische Disziplin. Ja, die französische Erziehungsmethode wird seit einiger Zeit in Frage gestellt: Nach 3 Monaten zurück in den Job, nach 3 Monaten Pre-Baby-Body, Einschlafen aka Durchschlafen nach 4 Monaten,… die  Liste ist endlos weiter zu führen. Und ich kann nicht sagen, dass ich mich auch nur an einer Sache orientiert habe. Bis auf eine: Das Kinder alles essen sollten, dass es keine Einschränkungen gibt (bis auf Honig unter 1 Jahr, etc.), dass man versuchen sollte, den Kindern die spannende Welt der Lebensmittel näher zu bringen. Ihnen Gerüche, Texturen, Geschmäcker zeigen soll. Und: das es nichts verbotenes gibt. Unsere Kinder dürfen seit sie etwas um ein Jahr waren, sogar Süßigkeiten essen. Einmal am Tag, zum Nachmittagskaffee. Und dann dürfen sie entscheiden was sie essen wollen. Gummibärchen, Keks, Smarties, Eis, Kuchen,,… – whatever! Und ich kann sagen, dass sie nicht nach jedem Stück Süßem schielen. Weil sie es hier Zuhause eh bekommen.
Wusstet ihr, dass es in einem französischen Kindergarten Essenspläne gibt, die jeden Tag ein anderes Essen vorsehen? Es gibt nicht an einem Tag im Monat etwas doppelt. Wenn es an einem Tag Kartoffeln in Form von Püree gab, dann gibt es an den anderen Tagen garantiert etwas anderes. Auch schön, was ich mir sehr für die Einführung in die Familienküche angewöhnt habe: wenn eines der Mädels etwas nicht mochte, wie z.Bsp. Pilze in Scheiben, dann habe ich es anders probiert, sie z.Bsp. in kleine Stücke geschnitten. Denn nur weil das Kind etwas nicht essen mag, heisst es noch lange nicht, dass es das Essen nicht mag. Vielleicht liegt es an der Konsistenz oder der Kombination. Die Kinder wissen doch selbst noch gar nicht was sie mögen geschweige denn über die Vielfalt des Essens. Es ist unsere Aufgabe es ihnen zu zeigen und sie an all diese wunderbaren Dinge heranzuführen. Uns hat das Riesen-Spaß gemacht.
Es gibt fast nichts, was die Mädels nicht essen. Natürlich gibt es Lieblingsessen und Lebensmittel, die sie gar nicht mögen, aber es gibt sehr sehr selten die Situation, dass ich etwas anderes aus dem Kühlschrank holen muss, weil ein Kind das Essen nicht mag.

Alleine für diesen Ansatz hat sich das Lesen dieses Buches gelohnt. Vielleicht hätten wir intuitiv genauso gehandelt, aber so sind wir uns dieses Ansatzes bewusst. Vielleicht hatten wir auch einfach Glück, dass unsere Mädels so wunderbare, unkomplizierte Esser sind. Aber ich glaube auch sehr daran, dass die Kinder sich alles abschauen, auch das essen.

Nur zur Ergänzung: Unsere Kinder sind bis heute nicht in der Kita wie französische Kinder nach 3 Monaten. Und abgestillt waren sie da auch noch nicht. Den Pre-Baby-Body hatte ich auch nach 9 Monaten noch nicht und schreien lassen, haben wir die Mädels nie. Aber: jeder muss sein persönliches Erziehungskonzept finden. Für mich liegt nur sehr viel Beruhigung in der Tatsache, dass wir alle gemeinsam am Tisch sitzen können und nicht 2-3 verschiedene Gerichte vor uns stehen und auch das Essen meistens sehr harmonisch abläuft.

So, genug gesabbelt. Bei uns gab es letztens den Joghurtkuchen aus dem Buch als „Goûter“ zum Nachmittag. Und was soll ich sagen: Die Mädels haben ihn weggefuttert wie nichts.

Hier das Rezept für einen Kuchen:
200g Joghurt
2 Eier
150g Zucker
1 TL Vanillezucker
100ml Öl (ich habe mildes Olivenöl verwendet, wer Olivenöl mag, wird es lieben, alle anderen verwenden besser geschmacksarmes Öl, wie z.Bsp. Sonnenblumenöl)
600g Mehl
1,5 TL Backpulver
250g gefrorene Beeren
Crème fraîche

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Eine Kastenform einfetten. Joghurt, Eier, Zucker, Vanillezucker und Öl miteinander vermengen. In einer anderen Schüssel das Mehl und Backpulver vermischen. Die trockenen Zutaten mit den feuchten vermischen und vorsichtig verrühren, bis sich alles gut verbunden hat. 250g gefrorene Beeren dazugeben. Den Kuchen 35  Minuten backen. Falls die Garprobe danach noch negativ ausfällt, noch 5 Minuten weiter backen, evtl. den Kuchen mit Backpapier abdecken. Der Kuchen sollte außen knusprig und innen weich sein. Abkühlen lassen. Zu Tee und mit einem Klecks Crème fraîche schmeckt der Kuchen schmeckt der Kuchen ganz besonders lecker…

*Mohltied*

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Pop Up Stores kennt man ja inzwischen Viele: Geschäfte bzw. Angebote, die nur für kurze Zeit an einem bestimmten Ort zu finden sind und dann weiterziehen. Pop Up Restaurants hingegen gibt es nicht so viele. Und wenn sich dann doch mal einer traut und für 4 Wochen einen Riesenaufwand betreibt und ein Restaurant schmeisst, dann muss der doch echt Cojones  haben. Sorry – aber mal ehrlich: Ist doch so. Miguel von der Mexico Strasse ist so einer. Mit Cojones. Und mit verdammt gutem Essen. Und ich bin froh, dass ich seiner Einladung in sein Pop Up Restaurant in’s Cook Up (ehemals Juwelier Restaurant) in der Weidenallee gefolgt bin. Zusammen mit meiner Mama und vielen anderen Journalisten und Bloggern hatte ich einen tollen – aber vor allem leckeren Abend bei Mexico-Temperaturen, Mega-Tacos, einer Knaller Guacamole, hoch-hoch-hoch-Prozentigem Alkohol und mexikanischer Küche, die so gar nichts mit Chili Con Carne und dem ganzen Gedöns zu tun hat. Im Gegenteil: Es gab u.a. eher feinstes Fingerfood, dass ich mir jetzt schonmal für den nächsten Runden Geburtstag bei uns merke (wenn beide Mädels im nächsten Jahr 3 werden, ist das ja zusammen 6. Das ist doch ne ziemlich runde Sache, oder? Haha – kleiner Scherz am Rande!!!)
Eine gute und eine schlechte Nachricht gibt es natürlich aber immer. Die Schlechte zuerst: Der Foodtruck, den Miguel bis jetzt betrieben hat, macht erst einmal Pause, nichts mehr mit Mexican Street Food, also. Und nun die Gute: Die Jungs, also Miguel und sein Partner, suchen nach einer Location in der sie dauerhaft bleiben können. Ihr habt zufällig ein leeres Restaurant? Dann meldet euch doch bei Miguel? Ihr habt zufällig Hunger? Dann solltet ihr noch schnell in die Weidenallee und Tacos futtern. Am Sonntag gibt es einen Familiensonntag mit Sonntagsbraten, an allen anderen Tagen gibt es Tacos und Guacamole, Salsas und Mezcal.

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Und weil Miguel so toll ist, hat er uns noch schnell ein Rezept für seine Lieblings-Guacamole verraten.

Hier das Rezept für 4 Personen:
1 Tomate, entkernt und gehackt (nach Belieben)
1⁄2 roter Zwiebel, fein gehackt
1 Serrano Chili, fein gehackt
Saft von einer Limette
2 EL fein gehackter frischer Koriander
2 Avocados, gewürfelt
1 EL Olivenöl (nach Belieben)
Meersalz

Zum Servieren: Tortilla­Chips

Tomate, Zwiebel, Chilischote, Limettensaft und Koriander in einer Schüssel gut vermengen und mit Salz abschmecken. Avocadofleisch vorsichtig unterheben und nachwürzen, falls nötig. Das Olivenöl zugießen und verrühren. Mit Tortilla Chips servieren.

Hinweis: Guacamole wird am besten wenige Minuten vor dem Servieren zubereitet, da sie sich sonst verfärbt. Statt die Tomate gehackt zuzugeben, kann sie auch in Spalten angerichtet werden.

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Wenn man nach einer Woche von dem Burger träumt, den man 7 Tage zuvor gegessen hat… dann muss das wohl große Burgerliebe sein. Also, die richtig große Liebe. Ist mir noch nie passiert, bis letzte Woche, eine Woche nachdem wir beim Pre-Opening von Dulf’s Burger wahren. Da fahre ich doch nichts ahnend in der Alsterdorfer Straße herum, blicke irgendwann nach links in die Himmelstraße und denke mir: verdammt. Verdammt, verdammt, verdammt. Jetzt musste bis in’s Karoviertel. Warum hast Du es nur nie geschafft den leckersten Burgerbrater in Town zu besuchen wo er doch fast um die Ecke lag? Lag? Genau, lag. Weil: Dulf’s Burger ist umgezogen. In’s Karoviertel. Bestimmt wegen der vermehrten Laufkundschaft. Oder der zentraleren Lage. Oder weil man da jetzt seinen Kiez- oder Schanzen- oder Dombesuch ausklingen lassen kann. Oder, weil die Leute von der Messe mal was anständiges zu essen brauchen.
Lieber Dulf, ich werde Dich vermissen, hier in Winterhude. Auch wenn ich nie den alten Laden besucht habe (und darüber ärgere ich mich jeden Tag, großes Burgerherzehrenwort). Aber ich freue mich auf viele Burger-Abende mit der Familie oder Freunden. Familie? Ja, Familie. Dulf hat nämlich ein Herz für Kinder und hält ausreichend Kinderstühle bereit. Ich lasse gerade zwei Namensschilder mit den Namen unserer Kinder anfertigen – nur für den Fall der Fälle. Wenn ihr versteht was ich meine.
Zu gerne würde ich euch jetzt noch was über die rauchigen, saftigen und leckersten Burger erzählen oder über den wirklich hübschen Laden, der in die Küche blicken lässt oder das naturverliebte Interior. Aber leider muss ich jetzt ein paar Kiez-, Dom- und Schanzenbesuche planen.

Aber – eine Sache noch: Tollerweise darf ich für euch einen Burgerabend bei Dulf für 4 Personen verlosen. Was ihr tun müsst? Einfach hier einen Kommentar hinerlassen und sagen welches euer Lieblingsburger ist. Teilnehmen, könnt ihr bis einschließlich 12.09.2016. Der oder die GewinnerIn wird am 13.09. bekannt gegeben. Eine Barauszahlung ist natürlich nicht möglich und der Gewinn ist nicht übertragbar.

Ich drücke euch die Daumen und kann nur sagen: lasst es euch nicht entgehen. Ich hätte diesen Post genauso geschrieben wenn ich nichts hätte verlosen dürfen.

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