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Archiv für den Monat Januar 2016

Die erste Perle für 2016 – hier ist sie! Versteckt hat sie sich in Altona und macht da so still und heimlich die Gegend unsicher. Aber das ist jetzt vorbei. Also still und heimlich – ich bin ganz hin und weg von den tollen Tips, die Sandra auf ihrem Blog „vom Mädchen aus Altona“ vorstellt und werde mich endlich mal in den 25er Bus setzen. Praktischerweise fährt der vor meiner Tür. Achso, wohin muss ich wohl nicht mehr sagen, oder? Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Liebe Sandra, Du treibst Dich in Ecken herum, in denen ich mich gerne viel mehr herumtreiben wuerde. 

Du bloggst ganz frisch, seit April 2015, auf vom Mäedchen aus Altona und wohnst wahrscheinlich auch da, in Altona?
Das ist richtig. Ich wohne in Altona, aber genauer gesagt in Ottensen. Ich nenne mich „Mädchen aus Altona“, weil das den Leuten eher ein Begriff ist. Viele sprechen von Altona, wenn sie eigentlich Ottensen meinen, denn dass die Grenze von Altona zu Ottensen schon am Altonaer Bahnhof verläuft, wissen sogar viele Hamburger nicht.
Die IKEA Seite = Altona Altstadt, die Seite vom Mercado = Ottensen 😉  Aber der Bezirk ist ja Altona … sorry für’s Klugscheißen..
Mädchen aus Altona
Schon immer oder hast Du Dich fuer den Stadtteil entschieden? 
Für den Stadtteil habe ich bzw. mein Mann und ich uns 2013 entschieden. Schon vorher war ich dort viel unterwegs wegen der vielen netten Bars, Restaurants & Geschäften. Jedoch war auch oftmals ein gezielter Spaziergang an der Elbe ein Grund für einen Fahrt nach Altona. Als dann endlich eine Wohnung zu einer halbwegs bezahlbaren Miete frei wurde, packten wir die Gelegenheit beim Schopf..
Wo bist Du denn aufgewachsen?
Ich bin ein Quiddje 😉 Aufgewachsen bin ich in Braunschweig. 2007 nach dem Abi bin ich dann nach Hamburg gegangen und habe eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht.
Hamburg ist somit meine Wahlheimat. Hier fühle ich mich zu Hause und will hier auch nicht mehr weg. Zu sehr bin ich in das Leben hier und die Elbe verliebt.
Zumal habe ich jetzt auch Familie hier 😉 Ich durfte in eine tolle original Hamburger Familie einheiraten.
Was verbindest Du denn mit Hamburg? 
Mit Hamburg verbinde ich den Hafen, die Elbe, gute Konzerte, Lifestyle & Mode, nette Leute (ich finde nicht, dass die Hamburger grummelig sind, sondern eher hilfsbereit).
Hast Du Lieblingsplaetze? 
Ja, viele. Sehr gerne bin ich am Altonaer Balkon, in der Strandperle oder am Alma-Wartenberg-Platz.
Aber auch außerhalb von Altona oder im Speckgürtel von Hamburg gibt es schöne Ecken. Im Sommer bin ich besonders gerne im Beachclub in Wedel 28 Grad. Mit der S-Bahn noch halbwegs gut zuerreichen und richtig schön direkt an der Elbe gelegen. Kein künstlicher Beachclub auf einem Parkdeck o.Ä.  Zudem nicht sooo überfüllt 😉
Achja und die Marktstraße / Karoviertel darf hier nicht vergessen werden. Sehr tolle Shops und Cafés.
Und Kulinarische?
Auch diese:
In Eimsbüttel das XENIOS bei Themi – mein absoluter Lieblings-Grieche, das Vineyard – auch in Eimsbüttel, Greetchens Villa in der Marktstraße, Mamma Mia in Ottensen, Kühne Lage-Weinbar in Bahrenfeld.
fab coffee
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Verraetst Du uns ein paar Ecken in Altona, die man besucht haben sollte? 

Unbedingt Mamma Mia, wobei ich glaube, das kennt man schon (Barnerstraße 42), das Krupka – meinen Lieblingsschuhladnen (leider nur für Mädels, Ottenser Hauptstraße 55), den Bonscheladen (Friedensallee 12, montags geschlossen), fab coffee – Kaffeerösterei mit kleinem Café (Gaußstraße 190), von der Motte in Ottensen (lecker slow food, Mottenburger Twiete 14)… und viele mehr.

krupka

Und was machst Du wenn Du nicht bloggst?
In meiner Freizeit unternehme viel mit Freunden, reise gerne, gehe Joggen (sehr gerne an der Elbe), mache Yoga, gehe sehr gerne Shoppen und genieße das Leben!

Beruflich bin ich im internationalen Vertrieb für die Verkaufsregion Südostasien und Südamerika zuständig. Es nennt sich schick Sales Manager oder Key Account Manager 😉 Ich würde sagen Vertriebler/in!

Danke, Sandra, dass wir Dich begleiten durften und bis bald in Altona! 

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Als aufmerksame Leser habt ihr sicher schon bemerkt, dass ich vor den Kindern nichts gegen Muffins und Kuchen zum Frühstück hatte. Im Gegenteil, ich hatte sehr viel dafür. Mit Kindern (die noch nicht so grundversaut sind was das Essen angeht) verfolge ich nach wie vor die verrückte Idee mit einer Vorbildfunktion voranzuschreiten und alles ausser Kuchen zum Frühstück zu servieren. Also gibt es unter der Woche ganz brav Porridge. Aber am Wochenende, also allerspätestens am Sonntag, da geht nicht über ein Frühstück aus dem Ofen oder aus der Pfanne. Wahlweise auch aus dem Waffeleisen. Hauptsache es ist süß. Und lecker. Und ein bisschen ungesund. Aber – wir erinnern uns, Vorbildfunktion, bitte gerne natürliche Süße. Und so probiere ich jeden Samstag ein neues Pancake/Pfannkuchen/Crepe/Waffel/…-rezept aus. Letzten Sonntag hab ich dann den Knaller schlechthin auf den Tisch gebracht, entdeckt im neuen Kochbuch von Louise und David von Green Kitchen Stories, einem meiner Lieblingsblogs. Durch den Kürbis und den Orangensaft haben die Waffeln eine angenehm verträgliche Grundsüße, ich kann leider nicht ohne Ahornsirup. Die Kindern haben meine Sucht zum Glück noch nicht bemerkt (alles eine Frage der Zeit, aber wir wollen nichts verteufeln).
Kleine Anmerkung: Das Ursprungs-Rezept sieht keinen Orangensaft vor, ich finde aber es macht die Waffeln noch saftiger und süßer.

Also – kommen die bei euch am Sonntag auch auf den Tisch? Oder vielleicht sogar schon heute Nachmittag?

Viel Spaß und lasst den Kindern was übrig!

Hier das Rezept für ca. 12 Waffeln:

500g Kürbispürree (Kürbis in Stücke schneiden, in Wasser dünsten ODER 30-40 Minuten im Backofen bei 200 Grad backen, pürieren)
6 Eier
250ml Buttermilch
210g gemahlene Mandeln
60g Buchweizenmehl
Saft von einer Orange
1,5 TL Backpulver
1 TL Zimt
1 TL Meersalz

Die Eier in einer Schüssel schaumig rühren, Kürbispürree mit 120ml Wasser und den restlichen Zutaten vermengen. Dann den Teig für 15 Minuten ruhen lassen (dann hält er besser beim Backen). Das Waffeleisen anheizen, mit Kokosfett oder Butter einfetten, Form mit Teig befüllen, backen, vom Eisen lösen und mit Orangenspalten, Sirup oder auch griechischem Joghurt servieren.

*Mohltied*

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Seit ich denken kann, gab es bei uns Zuhause im Winter Klöb’n. Für alle Nicht-Hamburger: hier geht’s gerade um Rosinenbrot. Oder Stuten mit Rosinen. Gerne zum Frühstück, gerne mit ordentlich Butter (bei uns im Norden wird ALLES mit Butter gegessen, ob Stollen zur Weihnachtszeit oder eben der Klöb’n danach…)

Für mich ist er aber nicht nur ein leckeres, süßes Frühstück sondern für uns ist er auch eine prima Alternative für Kuchen oder Kekse am Nachmittag. Zum Beispiel wenn das Mittagessen mal nicht so reichhaltig ausgefallen ist (weil Essstreik, weil Geschmacksänderung, weil weil weil…).
Und – jetzt kommt die gute Nachricht: der muss nicht unbedingt mit viel Weißmehl gemacht werden, denn auch mit Dinkelmehl wird der Klöb’n schön fluffig und richtig schön saftig. Wer keine Rosinen mag, lässt die weg. Traditionell wird er mit Zitronat und Orangeat gebacken. Mir ist das aber zuviel, schließlich ist Weihnachten vorbei. Mir reichen da Rosinen. Ausserdem haben die Kinder was zu tun wenn sie die Rosinen rauspulen und Mama und Papa können in Ruhe frühstücken, Kaffee trinken… was auch immer.
Ein geselliges, harmonisches Zusammenessen ist bei uns auf jeden Fall schonmal geritzt wenn es Rosinen gibt und die Kinder was zum Pulen haben. Und weil der durch die Rosinen eh schon so süß ist, muss da außer Butter auch nichts drauf.
Klingt das bitte großartig? Noch großartiger: Klöb’n ist was für jedes Alter: Essanfänger (auch die ohne Zähne) können das Ding durchlutschen oder sich am weichen Rand austoben. Und die größeren können wie gesagt Rosinenpulen.

Also: viel Spaß beim Backen, Pulen, Kaffee trinken oder (ganz verrückt): beim Unterhalten!

Hier das Rezept für eine Klöb’n:
50g Hefe
125ml Milch
500g Dinkelmehl
75g Zucker
1 Ei
200g Butter + 2 EL Butter zum Bestreichen
250g Rosinen
1/2 Zitrone
1/2 TL Meersalz

Frische Hefe in einer Schüssel mit Milch auflösen und mit einem Tuch bedeckt an einen warmen Ort stellen, bis sich eine leichte Haut auf der Mich gebildet hat. Milch und Hefe mit allen restlichen Zutaten mischen, Zitronenschale abreiben und dazugeben.
Den Teig verkneten, in eine Form füllen und für eine Nacht, abgedeckt, stehen lassen.
Am nächsten Tag den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Den Klöb’n mit Butter bestreichen und im Ofen für 15 Minuten backen, wieder mit der Butter bestreichen und wieder für 15 Minuten backen. Dieser Vorgang sollte insgesamt 3 Mal wiederholt werden, also sodass der Klöb’n für insgesamt 45 Minuten im Ofen ist. Evtl. zwischendurch mit Backpapier abdecken, sonst wird er zu dunkel.
Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und servieren.

*Mohltied*

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Was ist das Schöne an Zwillingen? Richtig, sie haben sich. Und viel Spaß. Und teilen alles. Auch Magen-Darm. Aber zeitversetzt, soviel Individualität muss sein. Sorry, für so ein unappetitliches Thema gleich zu Beginn, aber wenn ich eins gelernt habe, dann das – erstens: Besuche nie ohne wirklichen Grund das Wartezimmer eines Kinderarztes (wir hatten einen oder ich impfe ab sofort Zuhause), denn da holste Dir die Pest nach Hause. Zweitens: Danach wiegen Kinder gefühlt -1 kg und die wieder hochzupäppeln, das dauert. Also gibts hier momentan nur Gutes, Reichhaltiges und Megaleckeres. Zum Beispiel French Toast. Das Aber dann mit der guten alten Fliederbeersoße. Das hab ich im Winter früher Zuhause schon mit Grießklößen bekommen (und zu Agenturzeiten von meinem Arbeitgeber als Saft… obwohl man gar nicht krank war…???) und jetzt bekommen es meine Kinder zur Stärkung, zum Aufpäppeln und zum Warmwerden. Weil Flieder hat so wahnsinnig viel Vitamin C und lauter anderes gutes Zeugs – mit der richtigen Süße (Datteln statt Zucker), schmeckt das wahnsinnig gut. Und passt zu so vielem was Kinder gerne essen, besonders wenn der Hals weh tut, der Bauch drückt und der Magen flau ist.
Zum Beispiel diese French Toasts. Weil – manchmal muss es auch nicht die gesunde Nummer sein. Das macht Kranksein aber auch so besonders, oder? Weil bei allem Doofen sind doch genau das die Lichtblicke, völlig egal welches Alter. Süßes geht immer. Und wenn das auch noch einen warmen Bauch macht und ordentlich leere Reserven auffüllt obwohl nur wenig davon gegessen wird, umso besser. Genug gesabbelt, hier das Rezept (und darf auch gemacht werden wenn man nicht krank ist… zur Vorbeugung. Frag‘ mal meine damaligen Agenturchefs. Weißte Bescheid?)

Für 2 große und 2 kleine Esser braucht ihr:
Für die French Toast:
5 Eier
400ml Milch (egal welche, Voll- , Mandel-, Cashew-, Sojamilch…)
75 Zucker
1/2 TL Zimt
8 dicke Scheiben Brioche
2 EL Butter (oder Kokosöl)

In einer großen Schale die Eier mit der Milch, Zucker und Zimt mit dem Schneebesen verrühren. Eine Pfanne auf den Herd stellen, etwas Butter bei mittlerer Temperatur schmelzen lassen. Nach und nach die Brotscheiben wie folgt in der Ei-Milch-Mischung tränken: Brotscheibe rein, mit der Gabel ein paar Löcher hineinstechen, wenn es vollgesogen ist, umdrehen, in der Schüssel abtropfen lassen und in die heisse Pfanne geben. Wenn es braun ist, wenden und dann aus der Pfanne nehmen. Brotscheiben weiter braten (am besten 2 auf einmal, dann können die Scheiben für die Kinder schonmal abkühlen) und sofort mit der warmen Fliederbeersoße servieren.

Für die Fliederbeersoße:
1/2 Liter Fliederbeersaft (ungezuckert!)
8-12 weiche Datteln

Die Datteln entsteinen und in kleine Stücke schneiden (besser schneiden lassen sich die Datteln wenn ihr sie mit etwas Mehl bestäubt) und mit dem Fliederbeersaft zusammen in einem Topf aufsetzen, zum Kochen bringen und ca. 20 Minuten auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen bis sich die Datteln auflösen. Anschließend mit einem Pürierstab alles sämig pürieren (wenn euch die Konsistenz nicht dick genug ist, einfach etwas Stärkemehl mit 1 EL kaltem Wasser verrühren und in die heisse Soße rühren). Fertig!

*Mohltied*

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01slowcooker_gruenkohlDieser Beitrag wartet eigentlich schon seit einem Jahr… aber wie es dann so ist – schwupps, war die Grünkohlzeit vorbei. Umso mehr freue ich mich jetzt aber euch den tollen Gastbeitrag von Sabine zu zeigen! In diesem Sinne: Mohltied!
Liebe Christin,

 als Du mich fragtest, ob ich Lust hätte, einen Gastbeitrag über meinen Lieblingsplatz zu schreiben, sagte ich spontan zu. Dann fiel mir aber auf, dass das mit meinem Lieblingsplatz gar nicht so einfach ist. Die wechseln nämlich.
Als ich mein Geld noch auf den Straßen der Stadt verdiente, kannte ich viele stille Winkel, in denen ich gerne in Ruhe die Pausen zwischen zwei Stadtführungen verbrachte. Seit Anfang letzten Jahres arbeite ich aber an hoher Position für die Stadt (ein Büro im 16. Stock ist doch eine hohe Position, nich?). Von meinem Schreibtisch aus sehe ich entweder die Flugzeuge starten und landen oder blicke über die Alster bis zu den Kais im Süden der Stadt. Ich komme nicht mehr viel rum – von kurzen Mittagspausenspaziergängen und dem Weg zur bzw. von der Arbeit mal abgesehen. Meine Lieblingsplätze beschränken sich nun auf das Bürodach, eine Parkbank und meinen Garten.
Aber einen Platz in unmittelbarere Büronähe gibt es, der mir sehr wichtig ist, und ich finde, deswegen kann er als Lieblingsplatz durchgehen: Es ist das Feuersturm-Denkmal auf dem Grünstreifen zwischen Hamburger Straße und Oberaltenallee. Das Denkmal erinnert an die Nächte der „Operation Gomorrha“, dem sogenannten Hamburger Feuersturm im Sommer 1943. Für einen Lieblingsplatz mag dieser Ort auf den ersten Blick ein wenig ungewöhnlich, wenn nicht gar makaber, sein, daher möchte ich Dir gerne erzählen, was mich mit diesem Ort verbindet.
Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass die Gegend rund um das Einkaufszentrum „Hamburger Meile“ bis zum Zweiten Weltkrieg dicht bebaut war mit Wohnungen, Geschäften, Kinos, Lokalen … Es gab lichtarme Höfe, kaum Grünflächen und viel zu viele Menschen auf engem Raum.
Ein Anziehungspunkt war das Karstadt-Kaufhaus an der Ecke Adolph-Schönfelder- und Hamburger Straße. Vom Lokal auf der öffentlichen Karstadt-Dachterrasse in 26 Metern Höhe, überragt von einem fast ebenso hohen Turm mit blauer Lichtsäule, hatte man zu Friedenszeiten einen wunderbaren Blick über die Stadt – so ähnlich, wie ich heute aus meinem Büro.
Zwischen 24. Juli und 3. August 1943 bombardierten amerikanische und britische Flugzeuge Hamburg. Etwa 35.000 Menschen starben. Darunter waren 370 Menschen, die vor dem Angriff in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli  in einen öffentlichen Luftschutzraum des Karstadt-Warenhauses flüchteten. Den Bombenhagel überlebten sie, aber sie waren verschüttet. Durch schwelende Kohlenvorräte gelang Kohlenoxyd in den Bunker. Als Rettungskräfte einen Tag später zu den Verschütteten durchdrangen, konnten sie nur noch Tote bergen.
Jeden Tag komme ich mindestens zwei Mal an dem kleinen Denkmal vorbei. Es wurde 1985 zum Jahrestag der Bombardierung eingeweiht, geschaffen von der Hamburger Bildhauerin Hildegard Huza, und zeigt einen in einer Mauerecke kauernden Menschen. Es steht an einem Platz, an dem bis zur Zerstörung im „Feuersturm“ ein beliebtes Café war.
Warum ist mir dieses Denkmal so wichtig?
Ganz einfach: Es erinnert mich jeden Tag an meine Familiengeschichte. Im Sommer 1943 war mein Vater 22 Jahre alt, seit vier Jahren Soldat, durchaus begeistert von der nationalsozialistischen Ideologie in den Krieg gezogen, und gerade auf Heimaturlaub bei seiner Familie, unweit der Hamburger Straße, wo die Familie in einer Wohnung zur Miete lebte. Die Nächte (und teilweise auch Tage) des „Feuersturms“ verbrachte er mit Nachbarn, seinen Eltern und der zweijährigen Schwester im Keller des Mehrfamilienhauses, Schutz vor den Bomben suchend. Als das Bombardement aufhörte, war der Kellerausgang verschüttet. Als die „Operation Gomorrha“ beendet war, waren 90 % des Stadtteils zerstört.
Erst als ich erwachsen war, mein Vater verstorben, erfuhr ich von meiner Tante, dass mein Vater in Eilbek aufwuchs, dass es ihm gelang, sich einen Weg aus dem Keller zu bahnen und sich mit Eltern und Schwester zum Eilbekkanal durchzuschlagen. Dort hatte er ein Kanu liegen, das in dieser schicksalshaften Nacht auch tatsächlich noch da war, von niemand anderem gekapert wurde, mit dem sich die Familie über die Flüsse Wandse und Rahlau nach Rahlstedt durchschlug. Die Fahrt führte vorbei an brennenden Menschen und Häusern, vorbei an Leichen, die im Kanal schwammen.
An meiner damals 43jährigen Großmutter gingen die Ereignisse dieser Nacht nicht spurlos vorbei: Sie bekam schlagartig graue Haare und war bis an ihr Lebensende schwer traumatisiert. „Oma ist im Krieg verrückt geworden“, hieß es in der Familie. „Man kann sie nicht alleine lassen. Sie lässt sogar Wasser anbrennen.“
Meine Großeltern blieben nach der Befreiung weiterhin in Rahlstedt. Sie wurden bei einer Direktorenfamilie, deren Haus nicht zerstört war, einquartiert, in einer Altrahlstedter Villa, die noch heute steht. Mein Großvater baute nach der Befreiung ein Haus auf einem Grundstück ein paar Straße weiter – „er baute“ heißt tatsächlich, dass er selbst Stein auf Stein setzte, den Keller aushob und so weiter. Mein Vater, schon erwachsen, blieb in der „Notunterkunft“ – notgedrungen, denn seine Eltern hatten in dem neuen Haus kein Zimmer für ihn vorgesehen.  Vielleicht war aber auch Liebe im Spiel: Die Frau, mit der mein Vater verlobt war, bevor er meine Mutter kennenlernte, war die Tochter der Familie, bei der meine Großeltern, mein Vater und seine kleine Schwester Zuflucht fanden. Die Großeltern setzten große Hoffnung in diese Liaison, hätte die Verbindung doch Wohlstand und gute Verbindungen in die böbere Hamburger Gesellschaft auch für sie bedeutet.
Allein: Mein Vater lernte auf der Arbeit eine junge Frau ohne Schul- oder Berufsabschluss kennen, geflüchtet aus Ostpreußen, untergekommen auf St. Pauli, arm wie eine Kirchenmaus, zudem mit gerade mal 19 Jahren nach damaligem Gesetz noch minderjährig und 17 Jahre jünger als er – meine Mutter. Seine Eltern waren schockiert, umso mehr, als er für diese Frau zweifelhafter Herkunft Hals über Kopf die Verlobung mit der wohlhabenden Tochter aus gutem hanseatischen Hause löste und stattdessen schnurstracks mit dem Flüchtlingsmädchen zum Standesamt marschierte (und: Nein, sie mussten nicht heiraten, ganz sicher nicht. Sie wollten einfach).
Als Kind habe ich mir nie vorstellen können, dass meine Großeltern mal woanders als in Rahlstedt gewohnt haben könnten. Ich war noch klein, als meine Großmutter starb, kann mich kaum an sie erinnern, und mit den leise geraunten Bemerkungen der Erwachsenen über den Krieg konnte ich erst recht nichts anfangen.
Meine Mutter erzählte mir später, dass es sie bei jedem Besuch viel Kraft kostete, mich ihrer Schwiegermutter zu entreißen, denn die Oma verwechselte mich mit dem Säugling, mit dem sie damals die Bombennächte überlebte und wollte mich nicht hergeben – dass meine Tante längst erwachsen war, als ich geboren wurde, dass sie manchmal sogar neben ihrer Mutter stand, wenn meine Eltern mit mir wegfahren wollten, blendete sie aus. Oft besuchten wir meine Großeltern väterlicherseits aber ohnehin nicht, denn durch die Heirat war das Verhältnis von meinem Vater zu seiner Familie zerrüttet (und das ist im Großen und Ganzen bis heute so geblieben, aus vielerlei Gründen). Im Unbewusstsein hat dieses Gezerre aber auch beim mir Spuren hinterlassen – Trennungen von meinen Eltern waren lange Zeit der problematisch für mich.
Jedes Mal, wenn wir zu meinen Großeltern fuhren, fuhr mein Vater immer stur die B75 entlang, durch Eilbek hindurch. Warum er diesen Umweg fuhr, wurde nie thematisiert – oder falls doch, dann damit begründet, dass mein Vater nun mal nicht gerne Autobahn fährt. Heute ist mir klar, dass er durch seine Kindheitsstraßen fuhr, durch Straßenzüge, die inzwischen größtenteils ganz anders aussehen als vor dem „Feuersturm“. Er hat zwar oft über den Krieg gesprochen, aber eigene Erlebnisse dabei völlig außen vor gelassen. Dass er anscheinend als Jugendlicher so gerne paddelte, dass er sich ein eigenes Kanu zulegte, erzählte er nie. Paddeltouren oder auch nur  Fahrten mit dem Alsterdampfer machten wir nie. Als Kind habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, warum nicht – es gab genügend andere Unternehmungen. Obwohl: Unter den  Kunden meines Vaters war ein Kanuverleih, und da hätte es schon nahe gelegen, dass wir mal eine Tour machten – so, wie wir andere seiner Kunden auch mit Aufträgen bedachten. Im Nachhinein denke ich mir, es hängt mit seinen Erlebnissen im „Feuersturm“ zusammen, dass ihm nicht mehr nach Paddeln war.
Wenn ich heute an dem Feuersturm-Mahnmal vorbeifahre, halte ich ganz automatisch einen Moment inne, denke an meinen Vater, an die Flucht durch die zerstörten Straßen und über die Kanäle und an das Glück, im Frieden leben zu dürfen – ein Glück, das viel zu wenig Menschen haben.
Diese Geschichte, liebe Christin, ist der Grund, warum das kleine Denkmal für den Frieden heute einer meiner Lieblingsplätze ist.

Kulinarisch ergänzt Sabine die Geschichte mit Grünkohl, einem ganz typischen Gericht aus dem Norden, das hier gerne und vielseitig gegessen wird. Vorzugsweise wenn der erste Frost da war: „Um diese Jahreszeit aß mein Vater besonders gerne Grünkohl. Ganz traditionell gekocht. Meine Mutter stand dafür stundenlang in der Küche, und ich entsinne, wie vor dem Kochen der frische Kohl in der Badewanne schwamm, um von Erde befreit zu werden, denn ein Kilo für vier Personen war für meinen Vater höchstens etwas für den hohlen Zahn. Er rechnete da schon eher mit einem Kilo Grünkohl pro Person …  Da meine Mutter nicht gerne kochte, hätte sie sich über einen Slowcooker gefreut, in dem Foodbloggerin Anikó von Paprika meets Kardamom ihren traditionellen Grünkohl zubereitet.“


Und zack, da ist sie, die neue Kategorie. Viele von euch und auch Freundinnen, die schon lange Kinder haben oder grade erst mit der Familienküche anfangen, fragen mich so oft ob ich da Thema „Kochen für Kinder“ nicht mal auf meinem Blog thematisieren kann. Da ich aber noch nie für meine Kinder eine Extrawurst gekocht habe seitdem sie an unserem Essen teilnehmen, wird es hier keine Rezepte geben, die ausschließlich für Kinder gedacht sind. Sondern für die gante Familie gedacht sind. Wer hat denn heute auch noch die Zeit und die Lust Gerichte für Kinder, Papa und Mama zu kochen? Ich nicht. Und deswegen gibt es hier ausschließlich leckere, gesunde und einfache Rezepte für die ganze Familie.
Den Start macht die Süßkartoffelpommes in gesund. Ohne viel Öl und für uns eine tolle Ergänzung zu allen möglichen Gerichten. Zu Fisch, zu Fleisch oder einfach zu Gemüse. Das Tolle: die meisten Kinder kennen den Geschmack der Süßkartoffel noch aus Brei-Zeiten und jetzt gibt es sie eben mit ein bisschen mehr Geschmack. Kinder ohne oder mit wenig Zähnen können die super weglutschen und ausserdem hält sich die Schmiererei beim Essen in Grenzen. Meine Mädels lieben Fingerfood, vor allem wenn sie was zum tunken haben. Also, ne schnelle Tomatensoße oder ein Kräuter-Dip dazu und fertig ist die perfekte Beilage. Und versprochen, Papa wird es auch lieben.

Hier das Rezept für 2 große und 2 kleine Esser:
2 große Süßkartoffel (ca. 1kg)
2 EL Olivenöl
1 EL Meersalz

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Süßkartoffel schälen, Enden abschneiden, vierteln, nochmals längs halbieren und in breite Streifen schneiden (sollten aussehen wie richtig dicke Stifte). Mit dem Olivenöl und dem Salz in eine Schüssel geben und mit den Händen soweit vermengen, dass alle Süßkartoffelstifte eingeölt sind. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und für 20-30 Minuten backen, am Ende nochmal kurz die Grillfunktion anschmeissen, dann werden sie knackiger.
Wunder euch nicht: ihr werdet keine fest frittierten Pommes in Händen halten. Das ist aber auch Sinn der Sache sonst würden spätestens die ganz Kleinen das nicht essen!

Mohltied!

HappyNewyear2016
Ihr Lieben, ich wünsche euch ein frohes, glückliches und gesundes, aufregendes neues Jahr! Ich habe dem Jahr ziemlich entgegengefiebert, denn irgendwie fällt damit der Startschuss für so viele neue Projekte, dass ich ein bisschen Angst habe mich zu verzetteln. Aber wie ist der Bauer die Kartoffeln? Richtig (Achtung, scharfes S): Stück für Stück.
Und weil ich so aufgeregt bin ob der neuen Projekte, hier einmal ein kleiner Ausblick: Als allererstes gibt es eine neue Kategorie. So viele von euch haben mich nach Rezepten für Kinder gefragt, da ich vor knapp 18 Monaten selbst Mama geworden bin. Das hier sollte aber kein Muddiblog werden, und versprochen, wird er auch weiterhin nicht. Aber es gibt inzwischen so viele tolle Rezepte, die ich gerne für uns als Familie koche, die auch den Kindern Spass machen. Ohne Erbsen-Gesicht oder Wurzel-Maus auf dem Teller. Und ohne viel Aufwand. Aber trotzdem gesund und vor allem lecker. Also habe ich beschlossen, das die Familienküche ein festes Thema hier auf dem Blog sein wird. Einmal die Woche gibt es hier ab sofort ein Rezept, die nicht nur euren Kinder sondern auch euch gefallen werden. Ich freue mich dazu auf eure Feedbacks, Meinungen und Kommentare.
Im Frühjahr wird es dann ein E-Book geben. Das Thema kann ich noch nicht verraten, aber ich hoffe es wird euch genauso
Im Sommer gehrt es dann weiter mit einem neuen Blogdesign. Das wird großartig, es wird eine bessere Auffindbarkeit der Rezepte geben und überhaupt habe ich große Lust aufzuräumen.
Im Herbst startet dann eine Veranstaltungsreihe zusammen mit einer tollen Partnerin. Bis dahin fließt ja aber noch so viel Wasser die Elbe runter, dass ich euch hoffentlich bald mehr dazu erzählen kann.

Das wird ein aufregendes und vor allem leckeres neues Jahr! Für euch auch? Was habt ihr für Pläne?